Spielsucht: zehn Warnzeichen und erste Schritte
von: Marie Hofer, Redakteurin Recht und Spielerschutz · Stand: Oktober 2026
Warnzeichen für problematisches Spielen sind länger spielen als geplant, Verluste zurückholen wollen, Spielen verheimlichen und Geld für das Spiel leihen; Hilfe gibt in Wien die Spielsuchthilfe unter (01) 544 61 92 (Stand Oktober 2026). Glücksspiel ist ab 18 und kann süchtig machen.
Kurz
Diese Seite will niemanden verurteilen. Wer spielt, ist nicht automatisch süchtig. Aber der Übergang ist fließend, und die Zeichen zeigen sich früh. Je eher du sie bemerkst, desto leichter ist es, gegenzusteuern. Die Seite ersetzt keine Beratung.
Zehn Warnzeichen
- Du spielst länger, als du dir vorgenommen hast.
- Du setzt mehr Geld ein, als du verkraften kannst.
- Du versuchst, Verluste mit höheren Einsätzen zurückzuholen.
- Du verheimlichst das Spielen vor anderen.
- Du leihst dir Geld oder nutzt Kredit zum Spielen.
- Du denkst oft ans Spiel, auch bei der Arbeit.
- Du bist gereizt, wenn du nicht spielen kannst.
- Du vernachlässigst Familie, Arbeit oder Hobbys.
- Du spielst, um Stress oder schlechte Laune zu vertreiben.
- Du hast Spielpausen versucht und es nicht geschafft.
Fragen für einen Selbstcheck
- Wie viel Geld habe ich im letzten Monat eingezahlt, und hätte ich es auch anders ausgegeben?
- Wie oft habe ich länger gespielt als geplant?
- Würde ich mich wohlfühlen, wenn jemand meine Kontoauszüge sieht?
- Habe ich Limits überschritten, die ich selbst gesetzt hatte?
Schon zwei „Ja“ sind ein Anlass, ein Gespräch mit einer Beratungsstelle zu führen.
Das hilft sofort
- Pause einlegen, siehe Spielpausen.
- Limits setzen, siehe Limits setzen.
- Selbstsperre nutzen, siehe Selbstsperre.
- Mit jemandem sprechen, dem du vertraust.
- Zahlungsmittel entfernen, Apps löschen.
Bei GGBET lässt sich eine Selbstsperre befristet oder dauerhaft beantragen, bei Wiedereröffnung gibt es 24 Stunden Bedenkzeit. Für die anderen Anbieter ist nichts angegeben.
Hilfe in Österreich
Die Spielsuchthilfe Wien erreichst du in der Stolberggasse 26/III, 1050 Wien, Telefon (01) 544 61 92. Beratungsstellen in allen Bundesländern verzeichnen playsponsible.at und spielerhilfe.at, weitere Anlaufstellen genuggespielt.at. International bietet Gambling Therapy (gamblingtherapy.org) Online-Beratung. Prüfe Telefonnummern bitte bei der jeweiligen Stelle. Die Übersicht steht auf Spielerschutz und Hilfe.
Für Angehörige
Wer jemanden in der Familie hat, der betroffen sein könnte, findet Tipps im Guide Hilfe für Angehörige. Geld zurückzufordern, ist ein anderes Thema, siehe Verluste zurückfordern, und ersetzt keine Hilfe bei der Sucht.
Ein Gedankenexperiment
Stell dir vor, du müsstest den Betrag, den du im letzten Monat eingezahlt hast, einer Freundin erklären. Würdest du ihn nennen? Würde sie ihn verstehen? Wenn du zögerst, lohnt ein ehrlicher Blick auf deine Gewohnheiten. Der Gedanke ersetzt keinen Test, er schafft Distanz. Aufschreiben hilft: Notiere eine Woche lang Dauer, Betrag und Stimmung vor und nach dem Spielen.
Unterschied zwischen Gewohnheit und Problem
Regelmäßiges Spielen ist nicht automatisch ein Problem. Entscheidend ist, wer die Kontrolle hat: du oder das Spiel. Wenn du jederzeit aufhören kannst, ohne dich unwohl zu fühlen, und das Budget respektierst, ist das Risiko geringer. Wenn Aufhören schwerfällt oder du das Budget regelmäßig sprengst, ist es Zeit für Maßnahmen.
Rechtlicher Hinweis
Alle Casinos auf dieser Seite haben keine österreichische Lizenz, Online-Casinospiele mit Konzession gibt es nur bei win2day. Mehr in der Rechtslage. 18+ Glücksspiel kann süchtig machen. Hilfe findest du auf unserer Seite Spielerschutz und Hilfe.
Kurz gefragt
Woran merke ich, dass es zu viel wird?
Wenn du länger, mehr oder heimlich spielst und Verluste zurückholen willst.
Wo bekomme ich Hilfe?
Bei der Spielsuchthilfe Wien und den Beratungsstellen der Bundesländer.
Ist Beratung anonym?
Das erfragst du bei der jeweiligen Stelle.

