Casino-Gewinne in Österreich: Steuern
von: Marie Hofer, Redakteurin Recht und Spielerschutz · Stand: Oktober 2026
Gewinne aus Glücksspiel sind für Privatspieler in Österreich nach gängiger Auffassung steuerfrei, die Glücksspielabgabe von 40 % auf Online-Spielerträge trifft die Betreiber (Stand Oktober 2026).
Kurz
Privatpersonen versteuern Glücksspielgewinne in Österreich üblicherweise nicht. Das ist der Hintergrund, nicht Beratung. Bei hohen Summen oder gewerblichem Spiel lohnt sich eine Rückfrage beim Steuerberater. Diese Seite ist keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen hilft ein Anwalt oder eine Beratungsstelle.
Was zahlen Betreiber?
Nach § 57 GSpG fällt für Online-Glücksspiele eine Glücksspielabgabe an, 40 % auf die Jahresbruttospieleinnahmen. Sie gilt auch für Spiele mit Teilnahme aus Österreich, unabhängig vom Sitz. Für dich als Spieler ändert das nichts, aber es erklärt, warum die Konzessionsfrage politisch umstritten ist.
Und die Auszahlung?
Eine Auszahlung vom Casino ist keine Einkommensquelle. Notiere trotzdem Ein- und Auszahlungen. Das hilft bei der Verifizierung und bei Fragen von Banken. Dazu: Verifizierung (KYC).
Wichtige Abgrenzung
Wer gewerblich spielt, also systematisch und mit Gewinnabsicht, kann steuerlich anders eingeordnet werden. Bei Krypto-Gewinnen kann zusätzlich der Kursgewinn relevant sein. Dazu haben wir keine geprüften Angaben, frag einen Profi.
Beispielrechnung für den Überblick
Ein Spieler gewinnt 2.000 € und zahlt 1.000 € ein. Für ihn gilt nach gängiger Auffassung: kein Abzug, keine Steuererklärung für diesen Gewinn. Das Casino dagegen zahlt auf seine Jahresbruttospieleinnahmen aus Österreich eine Abgabe, die bei Online-Spielen mit 40 % angesetzt ist. Das heißt: Der Staat verdient am Betreiber, nicht am Spieler.
Das ändert nichts an der Frage, ob ein Offshore-Casino eine österreichische Konzession braucht. Dazu: Rechtslage.
Was du sauber dokumentieren solltest
- Einzahlungen und Auszahlungen mit Datum
- Kontoauszüge zur Herkunft des Geldes
- Chat-Verläufe zu Bonusbedingungen
- Bei Krypto: Wallet-Adressen und Transaktions-IDs
Das schützt dich bei Rückfragen deiner Bank, bei der Verifizierung und falls du Ansprüche prüfen lässt.
Wo du Rat bekommst
Ein Steuerberater oder das Finanzamt. Wir können keine Einzelfälle beurteilen.
Fragen aus der Praxis
Und wenn ich viel gewinne? Die Steuerfreiheit gilt nach gängiger Auffassung unabhängig von der Höhe, solange du als Privatperson spielst.
Was ist mit Gewinnen im Ausland? Dafür gilt dieselbe Einordnung, aber hole bei großen Summen Rat ein.
Muss ich das Geld nachweisen? Banken fragen bei großen Eingängen nach der Herkunft. Mit Belegen vom Casino bist du vorbereitet.
Warum wir das erklären
Viele Seiten versprechen "steuerfrei" und hören dort auf. Wir sagen dazu: Steuerfrei heißt nicht rechtlich unproblematisch. Das Glücksspielgesetz und die Frage der Konzession sind ein eigenes Thema, siehe Rechtslage.
Dein Fahrplan
- Spielbudget und Dokumentation festlegen.
- Gewinne und Einzahlungen notieren.
- Bei großen Beträgen Beratung einholen.
- Die rechtliche Lage im Blick behalten, besonders wenn die Reform kommt.
Zum rechtlichen Rahmen siehe auch Ausländische Casinos und Österreich oder Deutschland.
Rechtlicher Hinweis
Beachte auch die Rechtslage zum Offshore-Spiel. 18+ Glücksspiel kann süchtig machen. Hilfe findest du auf unserer Seite Spielerschutz und Hilfe.
Kurz gefragt
Muss ich Casino-Gewinne melden?
Für Privatspieler gilt Steuerfreiheit nach gängiger Auffassung. Eine Meldung ist nicht üblich, Rückfragen beim Steuerberater sind aber sinnvoll.
Zahlt das Casino Steuern?
Betreiber zahlen Glücksspielabgabe, 40 % auf die Jahresbruttospieleinnahmen bei Online-Spielen.

